Rauhnächte

Die Rauhnächte – eine Anleitung für die 12 Heiligen Nächte

Die Tage zwischen den Jahren sind ganz besondere Tage. Am 21. Dezember ist die längste Nacht. Kurz danach wird das Weihnachtsfest gefeiert. Dieses bringt Licht in die dunkle Zeit. Die Tore zur Anderswelt stehen weit offen.

 

 

Die Rauhnächte – auch die heiligen 12 Nächte genannt – sind die Nächte zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige.

 

 

In dieser Zeit geht es darum, sich zurückzuziehen, in sich zu gehen, das alte Jahr zu verabschieden und das neue Jahr willkommen zu heißen. Die Nächte sind eine Zeit der Stille und der Einkehr.

 

 

 

So kannst du dich auf die Rauhnächte vorbereiten

Du kannst dich schon ein paar Tage vor Weihnachten auf die Rauhnächte vorbereiten. Nutze die Zeit, das alte Jahr Revue passieren zu lassen.

 

  • Was hast du Schönes erlebt?
  • Was war weniger gut?
  • Welche Beziehungen waren intensiv?
  • Was möchtest du nicht mit ins neue Jahr nehmen?

Lass alles los, was dich belastet oder unnütz ist.

 

 

Wenn du Altes loslässt oder bereinigst, schaffst du Platz für Neues. In den alten Traditionen wurde zu diesem Zweck geräuchert.

 

 

 

Räuchern während der Rauhnächte

Räucherkräuter kannst du entweder selbst sammeln und mischen oder aber in der Apotheke kaufen bzw. im Internet bestellen.

 

Für die Raunächte sind diese Räucherkräuter gut geeignet:

 

 

  • Beifuß: stärkt, reinigt, öffnet die Seele, löst Ängste, zum Loslassen, unterstützt den Neubeginn
  • Johanniskraut: hilft bei niedergeschlagener Stimmung, aktiviert den Geist und die Lebensfreude
  • Rosmarin: wirkt stimmungsaufhellend, weckt die Kreativität, vitalisiert, zum Loslassen
  • Salbei: neutralisiert Gerüche, wirkt desinfizierend, schützt vor Krankheiten, klärt den Geist, bringt Ruhe
  • Schafgarbe: gibt Kraft, hilft die richtige Entscheidung zu treffen
  • Thymian: stärkt Willenskraft und Mut, regt die Lebenskräfte an, hilft bei der Bewältigung von Problemen und Konflikten, befreit die Atemwege, motiviert
  • Wacholder: reinigt das Haus, schützt gegen alles Negative, klärt schlechte Atmosphäre

 

Alle diese Kräuter werden für Räucherungen während der Rauhnächte verwendet, um böse Geister zu vertreiben, das Haus und den Geist zu reinigen und um die Seele zu öffnen.

 

 

 

Anleitung zum Räuchern

Du brauchst eine feuerfeste Form, etwas Vogelsand, Räucherkohle und Räucherkräuter.

 

Fülle das Gefäß mit dem Sand, setze die Räucherkohle hinein und zünde sie an.

 

Wenn die Kohle ganz weiß geworden ist, gibst du deine Räucherkräuter darauf.

 

Es fängt an zu rauchen.

 

 

Für ein Loslassritual richte diene Aufmerksamkeit auf das Alte, nehme es wahr, verabschiede dich und lass los.

 

 

Um das Haus zu reinigen, gehst du mit der Räucherschale durch jedes Zimmer und in jede Ecke – gegen den Uhrzeigersinn.

 

 

Nach dem Räuchern gut durchlüften!

 

 

21. Dezember

Vom 21. auf den 22. Dezember ist die längste Nacht des Jahres: die Wintersonnenwende. Diese Nacht wird auch Thomasnacht genannt.

 

 

Die Wintersonnenwende ist traditionell der Tag, an dem das Haus zur Vorbereitung auf die Raunächte gereinigt wird. Dies wurde in früheren Zeiten durch Säubern und Räuchern erledigt.

 

 

Die heiligen 12 Nächte

Vom 24. auf den 25. Dezember ist die erste Rauhnacht und vom 4. auf den 5. Januar die 12. Rauhnacht.

 

 

Jede der Nächte verweist auf einen Monat des nächsten Jahres. Die erste Rauhnacht steht für den Januar des nächsten Jahres, die zweite Rauhnacht für den Februar usw. Was wir in diesen Nächten träumen gibt uns Hinweise für den entsprechenden Monat des neuen Jahres.

 

 

Du fragst dich jetzt bestimmt, was passiert, wenn du gerade in diesen Nächten nicht träumst? Oder ob dein Traum wirklich Aussagekraft hat, wenn du vor dem Zubettgehen noch einen chaotischen oder ängstigenden Film gesehen hast?

 

 

Du kannst dich auf das Träumen vorbereiten. Bevor du zu Bett gehst, halte einen Moment inne. Betrachte, was du am Tag erlebt hast und welche Gefühle aufgetreten sind. Wenn du damit fertig bist, atme einmal ganz tief und bewusst aus. Lass mit dieser Ausatmung alles los, was dich am Tag beschäftigt hat. Mit dieser Übung wird dein Geist frei und klar.

 

 

Das benötigst du für die Zeit der Rauhnächte:

 

  • Papier und Stift: Eventuell magst du dir für diese besonderen Tage ein schönes Notizbuch und einen besonderen Stift zulegen.
  • Ruhe und Stille: Nimm dir während dieser Zeit nicht zu viel vor und gönne dir Zeit für dich.
  • Achtsamkeit und Meditation: Nimm dir während des Tages etwas Zeit, um dich in Achtsamkeit zu üben oder für eine Weile zu meditieren.
  • Offener Geist: Mach dich seelisch, emotional und geistig frei und sei offen für das, was du während der Rauhnächte erfährst.

Jeweils am Morgen nach den Rauhnächten beginnst du sofort damit, deine Träume der Nacht aufzuschreiben. Geh nicht erst Duschen oder Frühstücken. Meist sind die Traumbilder dann schon verblasst. Wenn du in dieser Nacht nichts geträumt hast, ist das nicht schlimm. Du hast ja noch den Tag, an dem dir die Zeiten der Ruhe und Stille Einsichten bringen können.

 

 

Beginne den Morgen mit einer kurzen Mediation oder Achtsamkeitsübung.

 

 

 

 

 

Anleitung Achtsamkeitsmeditation am Morgen

Nimm dir während der Rauhnächte an jedem Morgen eine halbe Stunde Zeit. Suche dir einen Platz, an dem du nicht gestört wirst. Gestalte dir diesen Platz, das kann ein Raum oder eine Zimmerecke sein, mit einer Decke und einem Kissen, auf dem du gut sitzen kannst. Wenn du magst, entzünde eine Kerze oder ein Räucherstäbchen.

 

 

Konzentriere dich während der halben Stunde auf deine Atmung. Spüre, wie sich dein Bauch ein wenig nach außen wölbt, wenn du einatmest. Spüre die Atemluft an den Nasenlöchern vorbeistreichen. Nimm wahr, wie sich der Brustkorb bei der Ausatmung senkt.

 

 

Wenn deine Gedanken nicht zur Ruhe kommen, geh mit deiner Aufmerksamkeit immer wieder zurück zu deiner Atmung.

 

 

So kannst du deinen Geist entspannen, frisch in den Tag starten und bist offen für das, was dir am Tag begegnet.

 

 

Am Tag achte darauf:

 

 

  • Wer begegnet dir?
  • Was geschieht?
  • Welche Gefühle kommen hoch?

 

 

Notiere die Träume und die Beobachtungen am Tag jeweils zum entsprechenden Monat. Im nächsten Jahr kannst du sehen, welche Hinweise dir diese Notizen gegeben haben.

 

 

 

Silvester: die Mitte der Rauhnächte

Die ersten 6 Rauhnächte sind noch im alten Jahr und die letzten 6 Rauhnächte liegen bereits im neuen Jahr.

 

Die Mitte der Rauhnächte ist an Silvester.

 

In der ersten Hälfte der Heiligen Nächte kannst du bewusst noch mal das alte Jahr Revue passieren lassen und es verabschieden.

 

In den Rauhnächten nach Silvester stimmst du dich auf das neue Jahr ein und heißt es willkommen.

 

 

 

Abschluss der Raunächte

Am Dreikönigstag (Heilige Drei Könige 6. Januar) enden die Rauhnächte.

 

Als Abschlussritual kannst du deine Wünsche, Ziele und Hoffnungen für das neue Jahr auf ein Blatt Papier notieren und in einer feuerfesten Schale verbrennen.

 

Du kannst auch die Dinge aufschreiben, die du loslassen oder von denen du Abstand nehmen möchtest.

 

 

 

Ich habe mir für den kommenden Jahreswechsel 2019/2020 vorgenommen, die Rauhnächte zur Besinnung und Stille zu nutzen. Ich möchte das alte Jahr verabschieden, Verschiedenes loslassen und befreit das neue Jahr begrüßen.

 

 

Was hast du dir vorgenommen? Möchtest du die Rauhnächte auch kennenlernen? Oder hast du schon Erfahrungen damit gesammelt?

 

 

Schreib mir deine Erfahrungen und Gedanken in die Kommentare.

 

 

 

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