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Direkt zum Arzt oder erst noch abwarten?

Notarzt, Notallambulanz, ärztlicher Bereitschaftsdienst oder Hausarzt?

Vielen Menschen fällt es zunehmend schwerer, ihre Beschwerden richtig einzuschätzen. So kommt es, dass in den Notaufnahmen Patienten mit Halsschmerzen oder Muskelkater sitzen.

 

Bei vielen Beschwerden kann man erst mal abwarten und sich mit Hausmitteln selber helfen.

 

Wann du schnell einen Arzt aufsuchen solltest und wann du erst einmal abwarten kannst, erläutere ich dir in diesem Artikel.

 

 

Wann den Notarzt rufen oder in die Notfallambulanz?

Die Notfallambulanzen und der Notarzt sind nur für lebensbedrohliche Notfälle gedacht. Also immer dann, wenn das Leben akut in Gefahr ist.

 

 

Bei leichten Beschwerden wie Husten, Schnupfen oder Fieber ist man KEIN Notfall.

 

 

Bei diesen Alarmzeichen musst du zum Beispiel dringend handeln:

 

  • Schwere Atemnot
  • Stärkste und anhaltende Schmerzen
  • Starke Blutungen, die nicht gestoppt werden können
  • Schmerzen in der Brust (Verdacht auf Herzinfarkt)
  • Verdacht auf Schlaganfall
  • Starke Verletzungen nach einem Autounfall, beim Sport, im Haushalt etc.
  • Bewusstlosigkeit
  • Vergiftungen
  • Großflächige Verbrennungen
  • Krampfanfälle
  • Plötzlich einsetzende Geburt oder Komplikationen während der Schwangerschaft

 

Leider kommen vermehrt Menschen in die Notaufnahmen oder rufen einen Notarzt, wenn sie in der Woche keinen Termin beim Hausarzt wahrnehmen können oder wenn sie nicht so lange auf einen Termin beim Facharzt warten möchten.

 

 

Wann schnell zum Arzt und wann abwarten?

Bei einer leichten Erkältung oder Magenverstimmung kann in den meisten Fällen erst einmal abgewartet werden und in Ruhe einen Termin beim Hausarzt vereinbart werden. Dies gilt für ansonsten gesunde Menschen.

 

 

Bei schweren Vorerkrankungen kann unter Umständen ein schnellerer Termin nötig sein.

 

 

Wenn du dir unsicher bist, ob du noch abwarten kannst oder ob du doch besser schnell einen Arzt aufsuchen solltest: Dann melde dich bei deinem Hausarzt oder außerhalb der Sprechzeiten unter der Telefonnummer 116117. Diese gilt bundesweit. Unter der Nummer 116117 erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

 

 

Was ist der ärztliche Bereitschaftsdienst?

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist außerhalb der Hausarzt-Sprechzeiten erreichbar: in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen.

 

 

Wenn du diese Nummer anrufst, sprichst du zunächst mit einem geschulten, medizinischen Mitarbeiter. Dieser erfragt deine Beschwerden und beurteilt die Dringlichkeit deiner Erkrankung.

 

Dann erfährst du, welche Praxis in deiner Nähe Bereitschaft hat oder ein Arzt kommt zu dir nach Hause.

 

 

Der Bereitschaftsdienst hilft in allen Fällen, in denen du normalerweise deinen Hausarzt aufsuchen würdest und wenn die Behandlung deiner Beschwerden nicht bis zum nächsten Tag warten kann.

 

 

Beispiele, in denen der ärztliche Bereitschaftsdienst zuständig ist:

 

  • Fieber, höher als 39 Grad Celsius
  • Erkältung mit starkem Husten, heftigen Hals- oder Ohrenschmerzen
  • Anhaltendes Erbrechen und/oder Durchfall
  • Akute Bauchschmerzen
  • Akute Rückenschmerzen
  • Akute Blasenentzündung
  • Kleinere Wunden (z.B. Schnitt- oder Stichverletzungen) bei denen ein kleines, haushaltsübliches Pflaster nicht ausreichend ist

 

Das richtige Vorgehen

Ist das Leben akut bedroht? Dann den Rettungsdienst unter der Nummer 112 anrufen.

 

 

In allen anderen Fällen ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Hat dieser aktuell keine Sprechzeit, dann hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117.

 

 

Der Hausarzt bzw. der ärztliche Bereitschaftsdienst beurteilen die Situation und leiten dann gegebenenfalls die Notfallversorgung ein oder bieten eine Untersuchung in der Hausarztpraxis oder einen Hausbesuch an.

 

 

 

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